Urlaub an der Ostsee auf der Insel Rügen
Steine, Muscheln und Donnerkeile
Wenn Du wandernd am Ufer die Kreideküste hinaufschaust,
dann entdeckst Du in Abständen Feuersteinschichten. Feuerstein
besteht aus Kieselsäure.Sie entstand im noch lockeren Kreideschlamm
des Meeres in der Kreidezeit bei der Zersetzung der Skelette von Kieselschwämmen
und Kieselalgen. Feuersteine sind dunkelgrau bis fast schwarz. Wenn
Du sie gegeneinander bewegst, entsteht ein Brandgeruch. Die Menschen
der Steinzeit fertigten aus den Feuersteinen Werkzeuge.Durchlöcherte
Feuersteine nennt man auch Hühnergötter. Besonders große
Feuersteingebilde haben auch den Namen Sassnitzer Blumentöpfe.
Sie wurden mit ihren großen Löchern in Gärten
gestellt, mit Erde gefüllt und dann bepflanzt
Zu den häufig gemachten Funden am Ufer gehören die gelblichbraunen
und geschoßähnlich aussehenden Donnerkeile. Bei ihnen handelt
es sich um Fossilien. Es sind die Reste der ausgestorbenen Belemniten.
Sie waren Kopffüßler, die es im kreidezeitlichen Meer in
großer Anzahl gab.
Besonders beliebt bei Sammlern sind die versteinerten Seeigel. Zusammen
mit den Seeigeln und Seelilien gehörten sie zu den Stachelhäutern
im Meer der Kreidezeit.
Besonders schwer zu finden, sind die sogenannten Klappersteine. Diese
Steine enthalten in ihrem Innern einen Kieselschwamm, der von einer
kugelrunden Feuersteinhülle umgeben ist. Wenn sich zwischen dem
Schwammkörper und der Steinhülle eine dünne Kreideschicht
befunden hat und zugleich auch Öffnungen im Stein, dann kann die
Kreide vom Meer herausgewaschen worden sein. Der versteinerte Schwamm
liegt dann frei in der Feuersteinhülle und klappert, wenn Du den
Stein bewegst.
Finden kannst Du am Ufer auch verschiedene Arten kleiner Armfüßler
und sogenannte Steckmuscheln. Die Muschelarten, die Du am Ufer des Nationalparkes
Jasmund siehst, sind vergleichsweise klein. Zu ihnen gehören die
Miesmuschel, die Eßbare Herzmuschel, die Sandklaffmuschel und
die Baltische Plattmuschel.
Vorsicht ist geboten, wenn Du am Kreideufer das sogenannte Katzengold
findest.Du kannst die schweren Knollen goldglänzend vorfinden.
Doch der schöne Schein trügt wie so oft im Leben. Wenn Du
diese "Goldkugeln" dann daheim aufbewahrst, wirst Du miterleben,
wie sich die "goldene Kugel" wandelt und dabei schweflige
Säure entsteht, die durchaus Flecken auf Deinen Möbeln hinterlassen
kann. Bei der "Goldkugel" handelt es sich in Wirklichkeit
um eine Pyritknolle, also um Eisensulfid. Die "goldene Kugel"
wird daher auch "Katzengold" oder "Schwefelkies"
genannt.
Bei Deiner Wanderung am Strand wünschen wir Dir natürlich
vor allem richtig wertvolle Funde, darunter wunderschöne Bernsteine.
Doch zum Bernstein seien hier keine weiteren Ausführungen gemacht.
Mehr zu diesem Gold des Nordens erfährst Du auf unserer Bersteinseite.
Weitere Infos auf folgenden Seiten:
Nationalpark vorpommerische
Boddenlandschaft
Nationalpark Jasmund