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Schweinswale in der Ostsee

Internationaler Tag des Schweinswals am 15. Mai

Das Deutsche Meeresmuseum Stralsund und die Gesellschaft
zum Schutz der Meeressäugetiere e. V. (GSM) bitten Wassersportler
um Meldung von gesichteten Schweinswalen in der Ostsee

Ostsee-News 13. Mai 2011 (ur). Die in der Ostsee vorkommenden Schweinswale gehören nicht zu den großen, fetten Walen, mit denen sich Walfängershantys beschäftigen und die die alten Walfänger fernab der Ostsee jagten. Mit den Schweinswalen kommt in der Ostsee nur eine der kleinsten Walarten vor. Sie ist zudem stark gefährdet. Schweinswalschutz, Schweinswalkrankheiten und die Todesursachen bei Schweinswalen sind daher ein Thema an der Ostseeküste.In der uns gestern übermittelten Information des Deutsches Meeresmuseums bittet dieses, dass Wassersportler Schweinswal-Sichtungen melden. Nachfolgend der ungekürzte Wortlaut der Mitteilung des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund:

Passend zum Internationalen Tag des Schweinswals am 15. Mai und zu
Beginn der Wassersportsaison bittet das Deutsche Meeresmuseum
Stralsund gemeinsam mit der Gesellschaft zum Schutz der
Meeressäugetiere e. V. (GSM) Wassersportler um Meldung von gesichteten
Schweinswalen in der Ostsee. Das Deutsche Meeresmuseum übernimmt in
diesem Jahr das seit 2002 etablierte Sichtungsprojekt der GSM, um
Daten über den einzigen in der Ostsee heimischen Wal zu sammeln.

Dass es in der Ostsee heimische Wale gibt, ist heute nur noch wenigen
bekannt. Denn Schweinswale leben scheu und unauffällig. Dennoch hat
die Bedrohung der Tiere durch menschliche Einflüsse in den letzten
Jahrzehnten rapide zugenommen und die Bestände gehen weiter zurück. So
wird der Schweinswal-Bestand in der zentralen Ostsee nur noch auf
wenige Hundert Tiere geschätzt. „Die GSM und das Deutsche Meeresmuseum möchten mit umfassender Öffentlichkeitsarbeit und Miteinbeziehung von Wassersportlern und Fischern dieser Entwicklung entgegen wirken.“ sagt Dr. Harald Benke, Walforscher und Direktor des Deutschen Meeresmuseums.

Ob Laie oder Fachmann, jeder wird dazu aufgerufen, Sichtungen oder
Totfunde von Schweinswalen zu melden und somit einen aktiven Beitrag
zum Schutz dieser selten gewordenen Tierart zu leisten. Ähnlich wie in
den vergangenen Jahren sind Meldungen per Post, E-Mail (sichtungen@meeresmuseum.de) oder Fax möglich. Neu im Vergleich zu den Vorjahren ist nun der Empfänger der Meldungen: das Deutsche
Meeresmuseum. Meldungen an die GSM werden dem Museum weiter geleitet und gehen nicht verloren. Unter www.meeresmuseum.de/sichtungen können Sichtungen auch online gemeldet werden. Aktuell verteilt das Deutsche Meeresmuseum die Meldeunterlagen und Informationen an
Wassersportvereine, Marinas und andere relevante Einrichtungen. Die
Meldungen fließen nach der Auswertung in eine umfassende Datenbank ein
und werden als gebündelte Informationen über Schweinswalvorkommen in
bestimmten Gebieten, u. a. in einer Sichtungskarte, an die Fachgruppe
zum Schutzabkommen für Kleinwale in Nord- und Ostsee (ASCOBANS)
geleitet. Letztendlich trägt so jeder einzelne Hinweis zur Entwicklung
umfassender Schutzmaßnahmen bei.

Fragen zum Schweinswal-Sichtungsprojekt richten Sie bitte an:

Sophie Hansen, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Deutsches Meeresmuseum

Sophie.Hansen@meeresmuseum.de

Tel. (03831) 2650 390

 

www.kreidefelsen.de Informationsnetz Ostseeküste
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auf der Ostsee und an der Ostseeküste. Was veränderte sich oder wird gerade geplant? Was hat sich ereignet? Wie sieht es an der Ostsee aus?

© Fotos und Texte: Kreidefelsen GbR, Redaktion: Wolfgang Urban (ur)

News-Archiv zum Thema Schweinswale

Schutz der Schweinswale in der Ostsee und Ausstellung sowie Familiensonntag zum Thema "Große, fette Wale"

Wale / News vom 23. Februar 2008 (ur): Wale stehen morgen beim Familiensonntag im Stralsunder Meeresmuseum im Mittelpunkt des Interesses. Das Museum befindet sich in der Stralsunder Altstadt am Katharinenberg 14-20. Zum Familiensontag teilte das "Deutsche Meeresmuseum Stralsund" mit:

Der nächste Familiensonntag im Meeresmuseum Stralsund startet am 24.
Februar um 14 Uhr anlässlich der aktuellen Sonderausstellung "Große,
fette Wale".

Von 14 bis 15 Uhr gibt es Shantys unterm Wal mit den "Saalhunden" der
Volkswerft Stralsund. Unter dem Motto "Langsit liggt de Slup" präsentieren die sangesfreudigen Herren ein literarisch-musikalisches Programm. Es handelt sich hierbei übrigens um die Titelzeile eines alten deutschen Walfängershantys, der das Leben der alten Walfänger, die todesmutig auszogen, um den Wal in kleinen Ruderbooten mit der Handharpune zu jagen, beschreibt. Zwischen den Gesängen des Männerchores liest Klaus Harder einige Abschnitte aus der Walfangliteratur dieser Sonderausstellung, die aus der Landesbibliothek Oldenburg stammt. Dabei erfährt man Details aus der Lebensbeschreibung eines deutschen Walfängers im Dienst der
Niederlande (von 1690). Außerdem wird verraten, warum die Wale am
Drang zur Wespentaille in der Damenmode Schuld sind, wie der biblische
Jonas vom "Walfisch" verschluckt wurde und warum Carl von Linne die
Wale 1758 erstmals den Säugetieren zuordnete.

Auch die Museumspädagogen haben sich wieder ein kurzweiliges Begleitprogramm ausgedacht. Alle, die ihre "grauen Zellen" anstrengen möchten, können sich am Quiz "Was ist vom Wal?" versuchen. Wer es lieber kreativ mag, kann sich zwischen dem Gestalten eines Fensterbildes mit Moby Dick und dem Modellieren von Walen entscheiden. Außerdem kann an Abgüssen von Pottwalzähnen eine alte Technik der Walfänger probiert werden, die so genannte Scrimshaws "gravierte Pottwalzähne" gestalteten. Und an einem weiteren Spiel- und Aktionsstand erfährt man, was es mit
der "Wa(h)lexpedition - Eine Abenteuerreise durch's Packeis - Walforscher auf ihrem Weg zu den Walen" auf sich hat.

An diesem Familiensonntag gelten wie gewohnt reduzierte Eintrittspreise.
Dem Familiensonntag mit "großen, fetten Walen" folgt am Montag im Stralsunder Meeresmuseum eine Presseveranstaltung zum Thema: '"Walschutz: Mecklenburg-Vorpommern nimmt sich weiter der einheimischen Schweinswale an". Dazu teilte das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern u.a. mit:

Eine der kleinsten Walarten - zugleich die einzige einheimische und in der Ostsee stark gefährdet - steht im Mittelpunkt einer gemeinsamen Presseveranstaltung des Deutschen Meeresmuseums Stralsund und des Rostocker Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei, zu der auch der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern Dr. Till Backhaus erwartet wird - nur einen Tag nach dem traditionellen Familiensonntag des Museums anlässlich seiner aktuellen Sonderausstellung „Große, fette Wale“...

Anlass und zugleich Ausgangspunkt für die Präsentation werden die jüngsten Ergebnisse der mittlerweile seit vier Jahren auf vertraglicher Grundlage praktizierten Kooperation der beiden Einrichtungen im Bereich Schweinswalkrankheiten und Schweinswalschutz sein. Das Landesamt wird die Ergebnisse seiner Untersuchungen an den zwischen 2004 und 2007 in mecklenburg-vorpommerschen Küstengewässern tot aufgefundenen Schweinswalen vorstellen und Hinweise auf mögliche Todesursachen ableiten. Diese Untersuchungen bilden zugleich Grundlage für ein nachhaltiges Management dieser bedrohten Art, das von der Einrichtung so genannter Flora-Fauna-Habitat-Gebiete über besondere Schutzmaßnahmen im Bereich der Fischerei bis hin zu alternativen Methoden der Sprengung von Munitionsaltlasten in der Ostsee reicht. Hierzu möchte der Minister einen Überblick geben, den die Experten des Deutschen Meeresmuseums mit umfangreichen Informationen anreichern werden. Gegenstand der Präsentation wird auch ein erst vor wenigen Tagen vor Rerik tot aufgefundener Schweinswal sein; außerdem werden das Museum und des Landesamt umfangreiches Bildmaterial präsentieren....

Wer mehr zur Geschichte des Walfanges erfahren möchte, dem sei die Ausstellung "Große, fette Wale: Die Geschichte des Walfangs in Drucken des 15. - 21. Jahrhunderts" empfohlen. Zu dieser Sonderausstellung teilten das Meeresmuseum Stralsund und die Landesbibliothek Oldenburg mit:

Ob als Lieferant von Tran, Öl, Fleisch oder Fischbein, als Stoff für Mythen oder Romane oder als Symbolfigur einer vom Menschen ausgebeuteten und bedrohten Natur: Der Wal hat die Menschen seit vorgeschichtlichen Zeiten fasziniert. Um 1600 verlangte die wachsende Bevölkerung Westeuropas nach Öl und Seife, wurden Abbildungen von gestrandeten Walen durch den Druck in ganz Europa verbreitet und sichteten Entdeckungsreisende auf der Suche nach einer nördlichen Durchfahrt nach Asien in großer Menge Grönlandwale. Der arktische Walfang entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten zu einem bedeutsamen kommerziellen Wirtschaftszweig. Einwohner der nordwestdeutschen Küstenregion heuerten auf niederländischen groenlandvaarders an und brachten Erfahrungen und Erlebnisse mit nach Hause. Im 18. und 19. Jahrhundert waren es vor allem Engländer und Amerikaner, die Moby Dick und seine Artgenossen im Pazifik jagten. Deutsche Unternehmen, auch in Oldenburg, waren ebenfalls in der
" Südseefischerei" tätig. Durch eine Reihe von Erfindungen wurde der
Walfang ab dem 19. Jahrhundert zu einer Industrie, die seit den
letzten Jahrzehnten zunehmend kritisch betrachtet wird. Aus heutiger
ökologischer Sicht ein grausames Handwerk, gehörte der Beruf des
Walfängers auch in unseren Regionen zur Lebenswirklichkeit des 17. bis
20. Jahrhunderts. Ab 25. Januar zeigt das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund eine Sonderausstellung der Landesbibliothek Oldenburg, die anhand von Exponaten aus ihren Beständen Einblicke in die facettenreiche
Geschichte des Walfangs vermittelt, wobei ein Schwerpunkt auf der
deutschen und niederländischen Beteiligung des 17. und 18.
Jahrhunderts liegt. Die ausgestellten Werke werden von historischen
Gegenständen ergänzt. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit
dem Seminar für Niederlandistik der Carl von Ossietzky Universität
Oldenburg, dem Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremerhaven und dem
Detlefsen-Museum Glückstadt. Die Ausstellung ist bis 12. Mai täglich
ab 10 Uhr geöffnet
.
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