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Offshore-Windenergie aus der Ostsee: Positionen und Entwicklungen

Ostsee-News, 25. Mai 2010 (ur). Die Offshore-Windenergie aus der Ostsee ist umstritten. Fischer fürchten Nachteile für ihre Fanginteressen und Touristiker vermerken kritisch, dass der endlose Blick auf Meer und Himmel schöner ist, als die Sicht auf "Metall-Spargelfelder" in der Ostsee. Als erfolgreich wird die Entwicklung der Windenergie, einschließlich der Ostsee-Offshore, indes seitens der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern dargestellt. Mehr dazu weiter unten auf dieser Seite in den ausführlichen News für den Urlaub an und auf der Ostsee.

 

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© Fotos und Texte: Kreidefelsen GbR, Redaktion: Wolfgang Urban (ur)

25. Mai 2010 Offshore-Windenergie aus der Ostsee: Entwicklungen

Ostsee (ur): Die Offshore-Windenergie aus der Ostsee ist umstritten. Als erfolgreich wird die Entwicklung auf diesem Gebiet seitens der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern dargestellt. Stolz wird offiziell vermeldet: "Mecklenburg-Vorpommern nimmt einen Spitzenplatz bei der Nutzung der Windenergie ein". Der Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Jürgen Seidel erklärte am vergangenen Donnerstag beim parlamentarischen Abend in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommerns in Berlin: „Die Exportquote der Anlagenhersteller in Mecklenburg-Vorpommern beträgt 70 Prozent, die Branche investiert und wächst so dynamisch wie kein anderer Industriezweig“. Außerdem teilte das Wirtschaftsministerium den Medien mit:

Zu dem Treffen hatten der Investor des Windparks Baltic I, die Energiewerke Baden-Württemberg (EnBW) und der Netzbetreiber 50 Hertz Offshore Transmission GmbH eingeladen. „Die Investitionen in den Windpark mit 21 Anlagen sorgen dafür, dass 51 Mio. Euro Wertschöpfung durch EnBW im Land verbleiben, weitere sechs Mio. Euro sind es durch den Netzbetreiber“, sagte Seidel. Ein weiterer EnBW-Windpark befindet sich in der Planung.

Waren vor zwei Jahren etwa 40 Unternehmen mit ca. 2.000 Beschäftigten in der Windenergiebranche tätig, so hat sich ihre Anzahl um 1.800 auf gegenwärtig 3.800 Beschäftigte erhöht. „Die fortgeschrittene Windkraftnutzung wird in Zukunft noch verstärkt durch die Ausweisung neuer und Erweiterung vorhandener Windeignungsgebiete, Repowering-Maßnahmen und Offshorenutzung“, sagte Seidel. „Mit der Erschließung der Offshore-Windenergie erfährt die Branche große Wachstums-impulse.“ Das wirtschaftliche Potential ist beträchtlich, pro Offshore-Windpark werden bis zu einer Milliarde Euro investiert, hinzu kommen erhebliche Investitionen in die Netze und Leitungsstrukturen. Auch der Bereich Service und Wartung von Offshore-Windparks bietet großes Potential.

Zurückzuführen ist das Wachstum auch auf Investitionen bei den für die Branche relevanten Unternehmen. So investiert Nordex in die Erweiterung und Modernisierung seiner Rostocker Rotorblattproduktion. Bereits heute sind in Rostock rund 900 Arbeitnehmer beschäftigt, weitere 300 sollen folgen.

Die Erndtebrücker Eisenwerke Special Pipe Constructions GmbH hat 2008 in Rostock in den Bau eines Großrohrwerkes direkt an der Kaikante investiert. Bereits heute fertigt EEW für das Marktsegment der Offshore-Windenergie Großrohre für Fundamente und Türme mit 210 Mitarbeitern. Das Unterneh-men e.n.o. energy wurde 1999 In Warnemünde als Projekt-planungsbüro gegründet. Seit 2008 werden zusätzlich zur Projektentwicklung am Standort Rostock auch Windenergie-anlagen e.n.o. 82-2.0 MW in der eigenen Produktionshalle mit ca. 30 Mitarbeitern hergestellt.

Die „EIKBOOM“ GmbH investierte 2008 am Standort Rostock als langjähriger Zulieferer für Nordex und REpower sukzessiv in ihre Produktion von Gondelverkleidungen für Windkraft-anlagen. Aktuell sind hier 50 Mitarbeiter beschäftigt. Die Firmengruppe DMR Mechanische Werkstätten GmbH Rostock/RMT Maschinenbau GmbH Rostock hat in den Ausbau der Produktion und Bearbeitung von Komponenten für Turbinen und Großgetriebe investiert. In der Gruppe sind mittlerweile 220 Mitarbeiter tätig.

Die SUZLON Ltd. zählt zu den größten Windenergie-anlagenherstellern der Welt. Die Tochterfirma SUZLON ENERGY GmbH beschäftigt zurzeit 110 Mitarbeiter am Standort Rostock. Der Tätigkeitsschwerpunkt des F&E Centers liegt in der Konstruktion von Windenergieanlagen. Durch das geplante Wachstum wird sich das Unternehmen auch räumlich vergrößern und Mitte 2010 seinen neuen Firmensitz in der sanierten Halle 245 auf dem Areal der ehemaligen Neptunwerft beziehen. Im Februar 2010 hat die koreanische Hyosung Corporation eine Niederlassung zum Aufbau eines Forschungs- und Entwicklungszentrums für den Bereich Windenergie in Rostock eröffnet. 40 Arbeitsplätze werden bis Mitte 2010 geschaffen.

Auch Liebherr wird von Rostock aus verstärkt den Schiffs- und Offshore-Markt mit Kränen im Schwerlastbereich bedienen. Trotz Wirtschaftskrise erweitert der Maschinenbauhersteller Liebherr seine Produktion am Standort Rostock.

Die KGW Schweriner Maschinen- und Anlagenbau GmbH, die unter anderem Stahlrohrtürme für Windkraftanlagen produ-ziert, hat in Schwerin-Süd ein zweites Werk errichtet. Die Eisengießerei Torgelow hat in den vergangenen Jahren ihre Kapazitäten und die Zahl der Beschäftigten ebenfalls erheblich erweitert.

Bis 2020 sollen in Deutschland 25 bis 30 Prozent der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Windenergie war 2008 der wichtigste einheimische Energieträger im Strombereich mit einem Anteil von 31 Prozent an der gesamten Stromerzeugung und 67 Prozent an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Land.

Zur Bündelung der Potentiale in der Offhore-Windenergie in MV wurde im Jahr 2002 von der Industrie des Landes der Offshore-Planungskreis Rostock ins Leben gerufen, aus dem 2005 der Verein „Offshore Energies Competence Network Rostock e.V.“ hervorging. Das Netzwerk wird von der Gesellschaft für Wirtschafts- und Technologieförderung Rostock mbH – Rostock Business koordiniert und bietet gerade auch kleineren Unternehmen die Chancen, sich in großen, komplexen Projekten erfolgreich zu engagieren. Der Verein – der mittlerweile 50 Mitgliedsunternehmen zählt – wurde 2009 in „WIND ENERGY Network Rostock e.V.“ umbenannt und wird finanziell vom Wirtschaftsministerium unterstützt.

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